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2. Charlottentag

2. Charlottentag Am Samstag, dem 25. Juli 2026, dem 265. Geburtstag von Charlotte von Kalb, fand im Eingangsbereich des Schlosses in Trabelsdorf der 2. Charlottentag statt. Den zahlreichen Besucherinnen und Besucher bot sich die Gelegenheit, sich mit dem Thema „Essen und Trinken um 1780“ auseinanderzusetzen. Nach einer kurzen Einführung in die gesellschaftlichen Verhältnisse im Absolutismus, in der der Adel das Sagen hatte, wurde zunächst die Situation der Bauern betrachtet. Meist war deren Leben kärglich, das Essen sehr einfach, von Hirsebrei, Kartoffeln, Eiern und Brot geprägt. Das durften die anwesenden Gäste dann im Schlosshof, dem früheren Wirtschaftsteil, selbst ausprobieren. Griebenschmalz, Kräuterquark und die oben bereits genannten Speisen (mit Ausnahme des Haferbreis) konnten probiert werden. Ein Apfel pro Person rundete die einfache Speise ab. Getrunken wurde Bier und Wasser. Anschließend gab es Informationen zum Leben und den Essgewohnheiten des Adels. Drei Gänge wurden fast immer aufgetischt. Nach einer kleinen Auslosung der Rollen durften in einer improvisierten SpielszeneCharlotte von Kalb, ihr Ehemann, ihre drei Kinder sowie zwei Gäste an einer festlich geschmückten Tafel im Schlosspark Platz nehmen. Auch eine Dienerin stand zur Verfügung. Die Aufgabe der Hausfrau war es, den Anwesenden die Suppe zu schöpfen, während der Hausherr beim Hauptgang das Fleisch tranchierte. Kartoffeln und Gemüse rundeten diesen Gang ab. Das Dessert in Form von Käse und Früchte (Kirschen und Aprikosen) stand bereits auf dem Tisch. Absolutes Highlight war eine Ananas, die stolz präsentiert wurde, denn diese Frucht war damals das Statussymbol schlechthin. Wenn eine dieser exotischen Früchte die Fahrt von der Karibik bis nach Europa unbeschadet überstanden hatte, war sie nahezu unbezahlbar und stand solange auf der Tafel, bis sie völlig verrottet war – eine Vorstellung, die wir heute nicht mehr nachvollziehen können. Zum Schluss der Veranstaltung kehrten alle Besucherinnen und Besucher in die heutige Demokratie zurück und genossen bei intensiven Gesprächen die restlichen Speisen. Alle waren sich einig, dass dies eine spannende Zeitreise war. Dr. Christa Horn
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